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Massawa Trainings Center

Aktuell:

Im Mai 2018 fand die Graduierung der ersten Studenten des Trainings Centrums statt. 95 junge Menschen haben mit zum Teil sehr eindrücklichen Abschlussarbeiten gezeigt, wie wertvoll die praxisorientiete Ausbildung ist.

Seit November 2017 wird im Massawa Trainings Center in drei Klassen Fachunterricht erteilt. In allen Klassen hat es auch Frauen, die ihr Wissen und Können erweitern. Den grössten Frauenanteil (etwa 20 Frauen) hat der Kurs: PC-Anwender. Beim jüngsten Einsatz des Schweizer "Train the Trainers" Team im April 2018, stand für die Studentinnen und Studenten der PC-Klasse gerade die Erarbeitung der Power-Point-Präsentation am Programm.

Wenn die Schweizer Berufs-Fachschul-Lehrer ihre eritreischen Kollegen in Massawa besuchen, erarbeiten sie mit ihnen am morgen neue Formen des Unterrichtens wie z.B. arbeiten mit LernJobs. Während ein skeptischer eritreischer Kollege zunächst meinte, "er müsse doch mit seinen Lernenden nicht spielen sondern Wissen vermitteln" entschuldigte sich der selbe eritreische Lehrer in der Evaluation und meinte wertschätzend": das Wissen konnte spielerisch erarbeitet werden".

In den letzten Wochen ist der Einbau der Holzwerkstatt bzw. der Metallwerkstatt soweit fortgeschritten, dass ab Herbst zusätzlich eine Klasse Holz- und Metallbauberufe geführt werden kann.

Hintergrund:Eritrea ist ein Land im Aufbau. Die zweitjüngste Nation der Welt erlangte - nach 30 jährigem Kampf (1961 – 91) - erst 1993 seine Unabhängigkeit. Der Grenzkrieg 1998 – 2000 warf das Land nochmals um Jahre zurück. 2001 begann Eritrea, das höhere Bildungswesen auf und aus zu bauen – die sieben Colleges des Landes sind gut aufgestellt und ausgerüstet. Berufsbildung geschieht in Eritrea aber noch fast ausschliesslich im Vorzeigen und Nachmachen. Die Kinder lernen ein Handwerk von Ihren Eltern oder älteren Geschwistern. Das heisst, die Ausbildung basiert auf „Kinderarbeit“, doch mit der positiven Konsequenz, dass die jungen Erwachsenen anschliessend eine Arbeit haben, sei es im elterlichen Betrieb oder als selbstständiger Handwerker.

In einigen grösseren Städten gibt es Workshops – unterstützt durch die UNO (UNDP) – in denen aber nicht eine vollständige Ausbildung angeboten wird, sondern kurze „Skills-Trainings“ (das Erlernen handwerklicher Fertigkeiten) durchgeführt werden.

Vor diesem Hintergrund unterstützt SUKE ein Projekt des Nationalen Gewerkschaftsbundes (NCEW), der in Massawa - der zweitgrössten Stadt des Landes nach Asmara -  ein Berufsbildungszentrum führt. Dort sollen in einer ersten Etappe, junge Arbeiter, welche in den Industriebetrieben der Region arbeiten, die theoretischen Grundlagen ihres Berufes erlernen und dadurch zu kompetenteren Berufsleuten werden. In einer zweiten Etappe sollen dann junge Eritreer/Eritrerinnen eine - dem Schweizer dualen Berufsbildungssystem nachempfundene - Lehre absolvieren können.

Das Projekt mit den eritreischen Partnern entwickelt hat  Hans Furrer.  Er hat vor seiner Pensionierung während über zwanzig Jahren als Erwachsenenbildner Berufsfachschullehrpersonen in der Schweiz ausgebildet. Gleichzeitig hat er langjährige Erfahrung mit Bildungsprojekten in Afrika (Togo, Mali). 2009/10 hat er bereits in einem Schulleitungsprojekt der EU in Eritrea unterrichtet.

Aktivitäten:
Schweizer Berufsfachschullehrer reisen zwei- dreimal pro Jahr nach Massawa und sind dort in der Aus- und Weiterbildung von Berufsschullehrern tätig. Fokussiert wird in den Trainingseinheiten auf neue interaktive, ressourcen-orientierte und lernende-orientierte Unterrichtsformen. Im November 2017 starteten bereits drei Schweizer Berufsschullehrer die Zusammenarbeit mit sechs eritreischen Kollegen. Diese unterrichten in Teamteaching in drei Klassen: Elektriker, Elektroniker und Computer-Anwender.

Beitrag von SUKE:
SUKE hat das Projekt gemeinsam mit dem Projektpartner NCEW entwickelt und der DEZA vorgelegt. Die DEZA unterstützt das Projekt im Zeitraum 2017 - 2019. Die Projektpartner tragen die Kosten des Projektes ca. wie folgt: DEZA SFR 450 000.- pro Jahr (für den Schulbetrieb und die Fortbildung durch Schweizer Berufsschullehrer),  NCEW SFR 80 000.- pro Jahr (für den Schulbetrieb und die Fortbildung durch Schweizer Berufsschullehrer), SUKE im Jahr 2017 (Projektsondierung und Beitrag für die Fortbildung durch Schweizer Berufsschullehrer) SFR 24 000.-.

Aktuellster Bericht zum Berufsbildungsprogramm in Massawa: Eritrea Info 85, S.3